Karottensalat mit Avocado

Es gibt Gerichte, die esse ich mindestens einmal pro Woche und die sind so simpel und unspektakulär in ihrer Zubereitung, dass ich mich fast geniere, hier darüber zu schreiben.

Aber dann wiederum: Warum soll etwas, dass zwar simpel ist, aber mir doch so ein treuer Begleiter in meinem Kochrepertoire ist , nicht zumindest Erwähnung finden?

Also erzähle ich euch heute von einem meiner all-time-favorite Dinner for 1-Rezepten: Carottes rapées oder Karottensalat.

Als ich als Praktikantin in Paris war, haben wir uns in der Mittagspause immer rund um einen riesigen Tisch, der im Salon Meetingraum unseres Büros versammelt. Das Büro befand sich in einem prunkvollen Gebäude im noblen 16e arrondisement und ich war täglich auf’s neue vom Stil und Anmut angesteckt, der das ganze Viertel umwehte. Stylische Menschen, die entweder gerade auf dem Weg ins Büro waren und chice Pariser Frauen, die in der Gegend wohnten und sich auf den nahegelegenen Markt begaben, um frische Zutaten für das Abendessen zu kaufen.

Da es auf Dauer ganz schön ins Geld gehen kann, sich sein Mittagessen zu kaufen – insbesondere in Paris – haben meine Kollegen und ich uns sehr oft unser Mittagessen von zu Hause mitgenommen. Und ich war beeindruckt von dem, was meine Kollegen täglich so hervorzauberten: Rote Rüben mit Pinienkernen, Avocados, Camembert und viele andere Dinge, die ich zwar aus dem Supermarket kannte, die mir aber niemals als potenzielles Mittagessen eingefallen wären. Und dazu gab es täglich frisches Baguette. Gott, wie ich frisches französisches Baguette hier vermisse …

Französische Frauen haben mich immer fasziniert: sie umweht so eine Anmut und eine Mischung aus Natürlichkeit und Chic, die sie einzigartig macht und nicht imitierbar ist. Und natürlich hat es mich immer fasziniert, wie es möglich ist, dass gutes Essen für sie so einen hohen Stellenwert einnimmt und sie so schlank bleiben können.

Wobei ich die Erfahrung gemacht habe, dass die Sache mit dem französischem Paradoxon mit Vorsicht zu betrachten ist, denn ich kenne genug Französinnen, die sich den ganzen Tag ausschließlich von Espresso und Zigaretten ernähren und maximal eine Mahlzeit pro Tag zu sich nehmen und für die Dessert gleichzusetzen mit dem Teufel ist.

Trotzdem hat mir meine Zeit in Frankreich kulinarisch neue Welten eröffnet (und einige Kilos mehr auf den Hüften beschert, denn im Gegensatz zu vielen Französinnen kann ich mir, wenn ich vor einer Boulangerie stehe, nicht einfach eine anrauchen und unbeeindruckt weitergehen). Und ich habe meine erste Avocado gegessen.

Ich kann mich noch sehr gut an meine Überraschung erinnern, als ich bei meiner Freundin Anouck das erste Mal Salat mit Avocados gegessen habe und gar nicht fassen konnte, wie mir diese Erfahrung bisher entgehen konnte. Und das war dann der Beginn einer großen Liebe.

Karottensalat (Carottes rapées) eignet sich perfekt für eine schnelle Mahlzeit und lässt sich perfekt „pimpen“, z.B. mit Pinienkernen, Kürbiskernen … oder eben Avocados. Obwohl ich ihn irgendwann auch einmal mit Essig ausprobiert habe, bleibe ich langfristig doch der klassischen französischen Variante treu: mit etwas Zitronensaft, Olivenöl, Salz und Pfeffer.

Carottes rapées

1-2 Portionen

4-5 große Karotten
1/2 Avocado
1 TL Zitronensaft
1TL Olivenöl

Karotten waschen, schälen und raspeln.

Die Avodaco schälen, den Kern entfernen und in kleine Stücke schneiden.

Avocados und Karotten vorsichtig vermischen (damit die Avocado nicht vermatscht) und mit Zitronensaft und Olivenöl beträufeln. Mit Salz & Pfeffer würzen.

Variation: Eine Handvoll Pinienkerne kurz in einer beschichteten Pfanne ohne Zugabe von Fett anrösten und über den Salat streuen.

2 Gedanken zu „Karottensalat mit Avocado

    • Danke für den Tipp! Werde ich auf jeden Fall ausprobieren. Wobei ich schon einmal ein eher enttäuschendes Erlebnis mit Balsamico in Kombination mit Karottensalat hatte – seitdem bin ich da vorsichtiger geworden.

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